im Studiengang Informatik
Dieses Dokument ist wie folgt gegliedert:
Inhaltliche Charakteristik
In den letzten Jahren hat sich die Objektorientierung von Softwaresystemen
immer mehr durchgesetzt. Sie unterstützt die Verständlichkeit
und Wartbarkeit von Programmsystemen wesentlich. Die Praxis verlangt daher
nach Softwareentwicklern, die die objektorientierten Techniken effizient
beherrschen. Aus diesem Grunde ist es von großem Interesse, Methoden
und Werkzeuge zur Verfügung zu haben, die diese Art der Softwareentwicklung
in den unterschiedlichen Gebieten der Informatik unterstützen. Die
Vertiefungsrichtung stellt sich zum Ziel, Studenten die Möglichkeit
zu geben, sich intensiv in die objektorientierte Gedankenwelt einzuarbeiten
und die unterschiedlichen Fasetten der Begriffes Objektorientierung zu
erfassen.
Innerhalb der objektorientierten Technologien haben sich drei Ebenen
herauskristallisiert, die für diese Tätigkeitsfelder wichtig
sind:
-
Grundlagen objektorientierter Systeme: Dazu gehören objektorientierte
Programmiersprachen und Software-Entwurfswerkzeuge sowie als theoretische
Grundlage etwa Typsysteme..
-
Objektorientierte Werkzeuge: Dazu gehören objektorientierte
Betriebssysteme, verteilte Objektsysteme, objektorientierte Datenbanksysteme,
Case-Werkzeuge und Entwicklungsumgebungen.
-
Anwendungen objektorientierter Technologien: Dazu gehören graphische
Systeme, Benutzerschnittstellen, Analyse- und Simulationstechniken.
Während im Grund- und Kernstudium (Vorlesungen Software-Technik, Programmierungstechnik,
...) ein Überblick über objektorientierte Konzepte geliefert
wird, bereitet das Vertiefungsgebiet Objektorientierte Technologien
mit seinen Vorlesungen und Seminaren speziell auf das vertiefte Verständnis
objektorientierter Systeme in den unterschiedlichen Anwendungsfeldern vor.
Ausbildungsziele
Ein Absolvent der Fachrichtung Informatik verfügt über ein breites
Wissen auf diesem Gebiet, welches ihm ermöglicht, sich in viele berufliche
Aufgabenbereiche einzuarbeiten und mit der Entwicklung auf seinem Tätigkeitsgebiet
Schritt zu halten.
Das Vertiefungsgebiet Objektorientierte Technologien prädestiniert
den Absolventen für den Einsatz in Software-Entwicklungsteams. Er
ist im besonderen für die Entwicklung moderner objektorientierter
Softwarearchitekturen geeignet. Große Softwaresysteme müssen
dabei mit Hilfe von Werkzeugen entwickelt werden. Ein Absolvent des Vertiefungsgebietes
Objektorinetierte Technologien besitzt einen breiten Überblick über
Werkzeuge in den unterschiedlichen Teilgebietender Informatik. Diese Werkzeugpalette
reicht von Datenbanken, über Softwareentwicklungsumgebungen, Modellierungswerkzeuge
und Werkzeugen zur Gestaltung graphischer Benutzungsschnittstellen bis
zu Case-Werkzeugen. Der Absolvent ist methodisch geschult und besitzt gute
Kenntnis über die Konzepte, die für die Nutzung der Werkzeuge
notwendig sind.
Lehrveranstaltungn des Vertiefungsgebietes
Wie in jedem Vertiefungsgebiet sind 8 SWS obligatorisch und 8 SWS wahlfrei
zu belegen. Jeder Student ist entsprechend Studienordnung verpflichtet,
Lehrveranstaltungen im Gesamtumfang von mindestens 6 SWS aus anderen Vertiefungsrichtungsgebieten
des Studienganges Informatik zu absolvieren (Wahlpflichtfächer).
Pflichtveranstaltungen
Zum Vertiefungsgebiet Objektorientierte Technolgien gehören
folgende obligatorische Vorlesungen:
| Gebiet |
Veranstaltung |
SWS |
| Software-Technik |
Objektorientiertes Software-Engineering (OOSE) |
2 |
| Objektorientierte Programmiersprachen (OOPL) |
2 |
| Praktikum zu OOSE oder OOPL |
2 |
Wahlobligatorische Veranstaltungen
Zum Vertiefungsgebiet Objektorientierte Technologien gehören
folgende wahlobligatorische Vorlesungen:
| Gebiet |
Veranstaltung |
SWS |
Datenbanken &
Informationssysteme |
Objektorientierte Datenbanken (OODB) |
3+1 |
| Computergraphik |
Objektorientierung in der Graphik (OOCG) |
2 |
Modellierung &
Simulation |
Systemanalyse und objektorientierte Modellierung (SOOM) |
2+2 |
Programmiersprachen &
Übersetzertechnik |
Typsysteme |
2 |
| Software-Technik |
Objektorientierte Werkzeuge |
2 |
Die folgende Übersicht enthält einen möglichen Modellstudienplan
für das Vertiefungsgebiet (6. bis 9. Semester, 8 + 8 SWS):
| Semester |
Kernstudium |
Vertiefungsrichtung |
SWS |
| 6 |
|
Objektorientiertes Softwareengineering |
2 |
|
Objektorientierte Programmiersprachen |
2 |
|
Praktikum zu OOSE oder OOPL |
2 |
| 7 |
Industriepraktikum |
| ab 7 |
|
Forschungsseminar |
2 |
| Studienarbeit |
8 |
| 8 |
|
Objektorientierte Datenbanken |
3+1 |
|
Objektorientierung in
der Computergraphik |
2 |
|
Objektorientierte Werkzeuge |
2 |
|
Seminar |
2 |
| 9 |
|
Simulation und
objektorientierte Modellierung |
2+2 |
|
Typsysteme |
2 |
|
Verteilte Objektsysteme |
2 |
|
evtl: Seminar |
2 |
| 10 |
Diplomarbeit |
|
| Prüfung 45 Minuten |
Bestandteil der Ausbildung im Vertiefungsgebiet ist die aktive Teilnahme
an 3 Seminaren (1 Vortrags- und 2 Forschungsseminare) sowie die Anfertigung
einer Studienarbeit und einer Diplomarbeit. Betreuende Hochschullehrer
sind die Arbeitsgruppenleiter im Vertiefungsgebiet (Programmiersprachen,
Software-Technik, Datenbanken, Computergraphik, Modellierung und Simulation).
Schwerpunkte der Veranstaltungen im Vertiefungsgebiet
In diesem Abschnitt werden die inhaltlichen Schwerpunkte der Pflicht- und
Wahlpflichtfächer aufgeführt:
-
Objektorientierte Softwareentwicklung
-
Grundgedanken der Objektorientierung, Vorgehensmodelle, Ausprägungen
der Objektorientierung in Programmierumgebungen von Eiffel und Java, objektorientierte
Programmierungstechniken, Testen objektorientierter Programme, objektorientierte
Spezifikationstechniken, Komponenten, Pattern, Softwarearchitekturen.
-
Objektorientierte Programmiersprachen
-
Konzepte objektorientierter Programmiersprachen, Abstrakte Datentypen,
Realisierung von Konzepten in ausgewählten Sprachen,
Spezifische Sprachkonstrukte, Offene Probleme
-
Objektorientierte Datenbanken
-
Nachteile relationaler Datenbanken, Konzepte objektorientierter Datenbankmodelle,
konkrete objektorientierte Datenbankmodelle und -sprachen, Konzepte objektorientierter
Datenbanksysteme, Klassifikation und Vorstellung kommerzieller Systeme
und Prototypen, begleitendes Praktikum in O2
-
Objektorientierung in der Graphik
-
Benutzungsschniottstellenentwurf mit Smalltalk, Entwurfsmuster in der Computergraphik,
Entwurf von objektorientierten Graphikbibliotheken, Nutzung
-
Systemanalyse und Objektorientierte Modellierung
-
Struktur und Aufbau von statischen und dynamischen Systemen; Klassifikation
von Systemen; modular hierarchische Systemstrukturen; strukturveränderliche
Systeme. Systemanalyse als Voraussetzung der Modellbildung; Analysetechniken.
Automatische Modellbildung. Abbildung von Systemen - objektorientierte
Modellierung (als modernes Konzept): Grundlagen, Prinzipien, Vor- und Nachteile.
Beispiele für objektorientierte Modellbeschreibungen (SAME-MDL, SIMPLEX-MDL,
DYMOLA).
-
Typsysteme
Motivation, Klassifikation und Formalisierung von Typsystemen für
Programmiersprachen in einem semantikvbasierten Stil mit Schwerpunkt auf
objektorientierte Programmiersprachen.
-
Objektorientierte Werkzeuge
-
Klassifikation von Werkzeugen, Struktur und Anwendung objektorientierter
Entwickungsumgebungen (JBuilder, Delphi, ... ), Struktur und Anwendung
von Case-Werkzeugen ( Rational Rose, ObjectiF, Object Studio ... ), Methoden
und Konzepte zur Nutzung der Werkzeuge.
Weitere Informationen zum Vertiefungsgebiet Objektorientierte Technologien
liefern die Arbeitsgruppenleiter der an der Vertiefung beteiligten Arbeitsgruppen:
-
Programmiersprachen
-
Prof. Dr. Günter Riedewald
Tel.: (0381) 498-3431
-
Software-Technik
-
Prof. Dr. Peter Forbrig
Tel.: (0381) 498-3434
-
Datenbank- und Informationssysteme
-
Prof. Dr. Andreas Heuer
Tel.: (0381) 498-3401
-
Computergraphik
-
Prof. Dr. Heidrun Schumann
Tel.: (0381) 498-3421
-
Modellierung und Simulation
-
Prof. Dr. Rolf Grützner
Tel.: (0381) 498-3369
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